OSTERN - SCHOKOLADE HAT WIEDER SAISON!

Jetzt hüpfen und rollen sie wieder von den Produktionsbändern der Schokoladenhersteller: die bunt verpackten Osterhasen, Eier in allen Variationen, z.T. randvoll gefüllt mit köstlichen Pralinen. Saisonartikel aus Schokolade sind beliebte Geschenke für Jung und Alt zum Osterfest. Aber haben Sie sich nicht auch schon einmal gefragt, wo unsere Osterbräuche ihren Ursprung haben, oder wie "die Luft“ in den Osterhasen kommt?



OSTERBRAUCHTUM - GESTERN UND HEUTE

Unser Osterfest, wie wir es heute feiern, hat seinen eigentlichen Ursprung in vorchristlichem Brauchtum. Die Herkunft des Begriffs 'Ostern' ist geschichtlich nicht gesichert, wahrscheinlich wurde er vom Namen der germanischen Frühlingsgöttin 'Eostrae' abgeleitet. Es ist kein Zufall, dass Ostern im europäischen Frühling gefeiert wird - mit ihm kommen Wärme, Licht und Fruchtbarkeit. Das bekannteste Symbol des Osterfestes ist sicherlich das Ei. Schon im Altertum war es Inbegriff für Leben. Für die Germanen war das Ei Abbild der Welt, für die Christen wurde es zum Symbol für die Auferstehung.

Das Schenken von Eiern hat wahrscheinlich seinen Ursprung im frühen Mittelalter. Es begann mit den 'Zinseiern'. Bauern zahlten ihre Abgaben für Ihren Grundherrn stets mit dem, was sie gerade hatten - und das waren im Frühling eben Hühner- und Gänseeier. Die Zeiten änderten sich - aus Zwangsabgabe wurde das freiwillige Geschenk für Verwandte und Freunde. Und weil mit einfachen Hühnereiern auch damals nicht viel 'Staat' zu machen war, wurden die Eier-Geschenke mit Farben und Bändern geschmückt. Als im 17. Jahrhundert das Osterei in ganz Mitteleuropa verbreitet war, überließ man es der Phantasie der Eltern, ihren Kindern zu erzählen, wer nun der 'Eierbringer' ist. Da mußten zunächst der Fuchs, der Storch, der Kuckuck und auch der Palmesel herhalten. Im Jahre 1682 wurde dann der Hase erstmals dokumentarisch erwähnt. Und er setzte sich durch - galt er doch gerade im Frühjahr als besonders fruchtbar. Was lag also näher, als die Ostereier dem 'fleißigen Hasen' unterzuschieben. Längst ist der Gedanke an die Vermehrung der Hasen in Vergessenheit geraten, als Glanzstück österlichen Brauchtums konnte er seine Stellung zumindest in Schokolade ausgeformt bis heute behaupten.



WIE DER OSTERHASE 'IN FORM' KOMMT

Osterhasen aus Schokolade- die leckere Nachbildung des fleißigen 'Eierbringers' kennt man erst seit ungefähr 110 Jahren. Zu seiner Herstellung benötigt man nämlich Milchschokolade, und die wurde erst um 1875 'erfunden'. Sie eignet sich besonders gut für die Herstellung phantasievoller Figuren, da sie sich - auf ca. 40 Grad erwärmt - besonders gut auch feinsten Konturen einer Gießform anpaßt. Die ersten Osterhasen wurden von Konditoren in mühsamer Handarbeit hergestellt. Sie füllten Gießformen randvoll mit flüssiger Schokoladenmasse, warteten ab, bis sich an den Innenwänden der Form eine erstarrte Schokoladenschicht bildete und gossen dann die übrige - noch flüssige- Schokolade ab. So entstanden schon recht gefällige Hohlfiguren, sieht man einmal von den Gewichtsunterschieden und der verbleibenden Gießöffnung ab.

Zu Beginn der zwanziger Jahre kamen maschinelle Verfahren auf, die eine Serienfertigung von Saisonartikeln - und dazu zählt auch unser Osterhase - möglich machten. Damit ließen sich nahezu nahtlos geschlossene Figuren mit immer gleichem Gewicht herstellen. Das Prinzip der Herstellung ist bis heute gleich geblieben. Zunächst füllt man eine ganz genau bestimmte Menge Schokoladenmasse in eine Formhälfte. Mit der anderen Hälfte fest verschlossen wird die Form sofort mit Magnethaltern auf einer rotierenden Trommel befestigt. Eine komplizierte Mechanik dreht und wendet bis zu 18 Formen gleichzeitig in alle Richtungen. Dabei verteilt sich die noch flüssige Schokolade gleichmäßig auf die Innenwände der Form und erkaltet zu einer knackigen Hohlfigur. Der Form entnommen wird sie nun von Hand mit einer Stanniolfolie ' bekleidet' .



Der Schokoladen-Osterhase in Zahlen

Rund. 36.000 Tonnen. Schokolade werden für das Osterfest in Form gegossen. Daraus entstehen mehr als 100 Mio. Schoko-Osterhasen. Etwa zu 90 % bestehen sie aus Vollmilchschokolade und etwa 10 % aus Bitterschokolade.

Die "bittere" Variante ist, dem Trend bei Tafelschokolade folgend, weiter auf dem Vormarsch. Bezogen auf die Verkaufspreise im Handel liegt der Wert der Schokoladen-Osterartikel bei rund 370 Mio. €.

In der Menge haben die Schoko-Hasen gegenüber dem Weihnachtsmann mit 57 % die Nase vorn. 43 % der zu Saisonartikeln verarbeiteten Schokolade versüßen die Weihnachtszeit.

(Quelle: BDSI / Sweet Global Network)



Trends und Entwicklungen

In der Rückschau gibt es einige Trends zu beobachten: In der klassischen Phase der Hohlfigurenherstellung (1880-1910) wurde jedes Motiv realistisch und maßstäblich getreu gestaltet. Die Figuren wurden damals nicht stanioliert -das kam erst in der Zeit nach 1945 auf- so dass der Ausformung der Oberflächen kaum Grenzen gesetzt waren. Die Hersteller zeigten sich experimentierfreudig, und ohne die Vorgaben einer ökonomisch vertretbaren Massenproduktion wurden sogar so genannte Doppel-und Mehrfachformen entwickelt, bei denen die Figuren des Ensembles einzeln ausgegossen und später zusamengesetzt wurden. Diese Formen wurden von Hand ausgegossen, was ein außerordentliches Geschick -besonders bei großen, mehrteiligen Formen- voraussetzte. Entsprechend hoch war das Bruchrisiko beim Abnehmen der Formschalen.

Zwischen 1910 und 1930 stellen sich Vereinfachungen in der Gestaltung der Motive ein. Die alten Motive wurden weitestgehend beibehalten, jedoch einfacher und rundlicher gestaltet. Auf der einen Seite wurde bei den Rundungen das Formengut des Jugendstil reflektiert, auf der anderen Seite aber auch das Bruchrisiko gesenkt. Besonders aufwändig gestaltete Figuren wurden teilweise in Stoff gekleidet, bevor sie ihren Weg zum Verbraucher antraten. Parallel zu dieser Entwicklung wuchsen auch die Formate der Figuren. In diese Zeit fällt auch die Entwicklung der motorgetriebenen Sternschleuder, die erstmals um 1920 eingesetzt wurde und auf der eine größere Anzahl bereits gefüllter Formen bis zum Erstarren der Schokoladenmasse gleichmäßig bewegt werden konnten.

Im Umfeld dieser fortschreitenden Technisierung entwickelten sich auch neue Formentypen: Die Vielfachformen oder Multiples.

Bei den ersten dieser Multiples wurden zumeist drei Formen in einen Rahmen gelötet und an den äußersten Punkten ihrer Oberfläche mit einem Metallband versehen, um sie gegen Beschädigungen, die in der maschinellen Schleuder immer wieder auftreten konnten, zu schützen. Oft wurden diese Formen in geklammertem Zustand vom Boden her befüllt. Der Boden wurden dann durch eine einschiebbare Bodenplatte geschlossen. Auch hier war der Rahmen zweiteilig, hatte an einer Seite ein Scharniergelenk und wurde an der gegenüberliegenden Seite geklammert. Um die Produktionsmenge zu steigern, wurden sogenannte Buchformen entwickelt, überdimensionierte Metallrahmen, in die ein Dutzend und mehr geschlossene Formen eingelötet waren. Sie trieben die Massenproduktion von kleineren Hohlfiguren deutlich voran.

Zwischen 1930 und 1950 wurden bei den Formmotiven verstärkt Stereotypen entwickelt, das Oberflächenrelief trat immer mehr zurück. Nach 1950 traten Handwerk und Industrie deutlich auseinander. Während das Handwerk -namentlich in den Beneluxstaaten- bis auf den heutigen Tag die klassische Tradition der unstaniolierten Hohlfiguren mit aufwändig gestalteten Oberflächen aufrecht erhält, verzichten die meisten Hersteller auf Oberflächenrelief und Extremitäten, die aus dem kompakten Figurenkörper herausragen. Ersetzt werden diese haptischen Reize durch buntes Stanniolpapier, das mit Bürsten maschinell an die Figur gepresst wird. Wie bei allen Hohlfigurenformen gibt es auch im Gefolge des Weihnachtsmannes Gags wie etwa "Nikola", die süße Weihnachtsfrau und ihr knackiges Pendant "Niklas". Größter Beliebtheit erfreut sich jedoch nach wie vor der klassische Weihnachtsmann, und wenn es hier einen Trend zu beobachten gibt, dann den, dass die Figuren auf dem Stanniolpapier immer stärken jenen liebevoll-filigran gestalteten ähneln, die bereits in den zwanziger Jahren des 20.Jh auf dem Markt verfügbar waren.


Neues aus der Gerüchteküche

Alle Jahre wieder kommt nicht nur das Christuskind auf die Erde nieder, sondern ein hartnäckig sich haltendes Gerücht, dass der Osterhase, schokoladentechnisch gesehen, eigentlich ein verkappter Weihnachtsmann sei , oder auch umgekehrt. Was aber ist dran an dieser Mär? Um es gleich zu sagen: nichts! Die Industrie, die dafür sorgt, dass Osterhasen in genügender Zahl bereitgestellt werden, produziert von den putzigen Langohren gerade soviel, wie der Handel zuvor geordert hat. Der hingegen vermag recht gut einzuschätzen, wieviele Schokohasen ihren Weg zu den Verbrauchern finden werden. Sollte doch noch etwas übrig bleiben: freuen Sie sich; nach den Feiertagen können Sie diese Reste in aller Regel preisreduziert im Sonderangebot erstehen. Und gleiches gilt natürlich auch für den Weihnachtsmann. Hartnäckigen Fragern sei überdies verraten, dass das Umschmelzen der überzähligen Hohlfiguren absolut unwirtschaftlich wäre. Nicht allein, dass die Figuren alle mühselig ausgepackt werden müssten: nach dem Einschmelzen begänne der Produktionsprozeß bis hin zur neuen Verpackung von vorn. Aufwendig und wenig wirtschaftlich, oder?

(Abdruck honorarfrei gegen Beleg)
Quelle: IZS - Info-Zentrum Schokolade, Marie-Curie-Straße 5, 51377 Leverkusen.



Bilder zur Saison

Abbildungen
300 dpi – CMYK
(Druckfähig)
Windows:
12 x 8,5 cm
1417 x 1011 Pixel
6.1 MB
ostern.zip
Macintosh
12 x 8,5 cm
1417 x 1011 Pixel
5,3 MB
ostern.eps.sit
Die beliebten Schoko-Osterhasen werden – wie alle Hohlfiguren – zumeist aus Milchschokolade mit einem hohen Kakaobutteranteil hersgestellt. Dadurch bekommt die Schokoladenmasse das richtige Gießverhalten und die fertigen Langohren ihren zarten Schmelz.
Windows:
17,7 x 12,6 cm
2091 x 1492 Pixel
2,4 MB
osterdom.zip
Macintosh
17,7 x 12,6 cm
2091 x 1492 Pixel
2,0 MB
osterdom.eps.sit
Im vergangenen Jahr wurden insgesamt 11.760 Tonnen Schokoladenmasse zu Osterhasen verarbeitet. Würde diese Menge zu einer einzigen Figur gegossen, so würde diese den Kölner Dom um einiges überragen.



Jan Vingerhoets, Exekutivdirektor der ICCO, und der Sprecher der Verbraucherländer, Regierungsdirektor Hagen Streichert, BMELV Berlin, zu Besuch auf der ISM



Der Exekutivdirektor der Internationalen Kakao-Organisation (ICCO), Dr. Jan Vingerhoets, hat zusammen mit dem Sprecher der Verbraucherländer, dem deutschen Regierungsdirektor Hagen Streichert, BMELV Berlin, und weiteren Kakaoexperten die ISM Köln besucht. Dr. Vingerhoets, dessen Amtszeit gerade jüngst von der ICCO um weitere zwei Jahre bis Oktober 2010 verlängert worden ist, wurde vom Vorsitzenden des Bundesverbandes der Deutschen Süßwarenindustrie e.V. (BDSI), Dr. Dietmar Kendziur und dem Geschäftsführer der Fachsparte Schokolade, Schokoladeerzeugnisse und Kakao, Dr. Karsten Keunecke, auf der ISM begrüßt und beglückwünscht. Die Expertenrunde besuchte namhafte Schokoladenhersteller aus Deutschland und Europa und konnte dabei berichten, dass das derzeitige 6. Internationale Kakaoübereinkommen, das die Handelsbeziehungen zwischen den Erzeuger- und Verbraucherländern regelt, ebenfalls um zwei Jahre bis Herbst 2010 verlängert worden ist. Am Sitz der Internationalen Kakao-Organisation in London beginnen derzeit die Gespräche um die Aushandlung eines neuen 7. Internationalen Kakaoübereinkommens. Fragen der Nachhaltigkeit des globalen Kakaoanbaus, der langfristigen Verbesserung der Kakao-Qualität sowie der Besserung der wirtschaftlichen Lage der kakaoanbauenden Farmer stehen im Mittelpunkt der Bemühungen der ICCO. Allein in Deutschland wurden im vergangenen Jahr mehr als 378.000 t Kakao vermahlen, was mehr als 10 % der Welternte entspricht.

Bonn, 28.01.2008



Inlandskonsum nur leicht über Vorjahresniveau, Schokoladenexporte wachsen zweistellig


Trotz der im Jahresverlauf gebesserten konjunkturellen Stimmung kam der Schokoladenkonsum im Jahr 2007 nicht so recht in Schwung. Nach Schätzung des BDSI dürfte der Inlandsabsatz und auch der Umsatz von Schokolade im Vergleich zum Vorjahr nur leicht gestiegen sein. Im Jahr 2006 verzehrte jeder Bürger im statistischen Durchschnitt 9,2 kg Schokolade.

Impulse erhielten die rund 90 industriellen Hersteller von Schokolade und Schokoladewaren aus dem Export. Die Ausfuhren von Schokoladefertigerzeugnissen stiegen um ca. 15 % - rund 55.000 t – auf 420.000 t an. Der Exportwert erhöhte sich um gut 18 % auf 1,72 Mrd. €. Dabei konnten die Ausfuhren in die Länder außerhalb der Europäischen Union besonders hohe Zuwachsraten erzielen. Zu den Hauptabnehmerländern bei den 'Drittländern' zählen die USA, Russland und die Schweiz.

Größte Sorgen bereitet den Herstellern die Entwicklung der Rohstoff- und sonstigen Produktionskosten. Neben den stark schwankenden Preisen bei Kakaoerzeugnissen sind es vor allem drastische Preiserhöhungen bei Milchpulver, pflanzlichen Fetten und Mandeln, die den Unternehmen zu schaffen machen. Hohe Energie- und Logistikkosten kommen ebenso hinzu wie Verteuerungen bei Verpackungsmaterialien und gestiegene Personalkosten.

Leicht zugenommen um 2 bis 3 % hat die Produktion von Kakao- und Schokoladehalberzeugnissen. Auch die Exporte in diesem Segment konnten deutliche Zuwächse erzielen. Insgesamt führte die deutsche Industrie Kakao- und Schokoladenhalberzeugnisse von 250.000 t im Wert von 470 Mio. € aus. Dies entspricht einer Exportquote von über 50 % in diesem Produktsegment. Die deutsche Kakao- und Schokoladenindustrie hat im Jahr 2007 insgesamt gut 378.000 t Rohkakao verarbeitet, dies sind 17,4 % mehr als im Vorjahr.

Mit der sich wieder eintrübenden konjunkturellen Stimmung und dem hohen Wert des Euro gegenüber dem Dollar sehen die Schokoladenhersteller die Entwicklung des gerade begonnenen Jahres recht verhalten.



Hohe Wetterabhängigkeit der Schokoladenbranche

Für die ca. 90 industriellen Hersteller von Schokoladen und Schokoladenerzeugnissen in Deutschland war das Jahr 2006 schlichtweg zu heiß. Die Inlandsumsätze schmolzen im langen heißen Sommer und dem viel zu warmen Herbst buchstäblich dahin, und allein das zunehmende Exportgeschäft konnte ein mengenmäßiges Produktionsplus im Jahresverlauf sicherstellen. Nach Einschätzung des BDSI dürfte der mengenmäßige Inlandsabsatz von Schokolade leicht ca. 2 bis 3 % unter dem Vorjahresergebnis liegen. Wertmäßig dürfte sich der Inlandsumsatz etwa auf Vorjahresniveau bewegen. Dabei schnitten die Riegel, allen voran die gekühlten Riegel, neben Überraschungsartikeln am besten ab.

Deutlich angestiegen sind die Ausfuhren von Schokoladewaren im abgelaufenen Jahr. Das Exportvolumen dürfte nach Schätzungen des BDSI um 15,4 % auf 372.000 t angestiegen sein. Auch der Exportwert dürfte rund 15,2 % über dem Vorjahreswert liegen und 1,44 Mrd. € erreichen. Trotz des hohen Außenwertes des Euros stiegen auch die Drittlandexporte deutlich um 14 % auf 40.500 t im Wert von 211 Mio. € an. Dieses positive Ergebnis des Außenhandels hat nach Schätzung des BDSI zu einer Zunahme der Gesamtproduktion von Schokoladewaren um ca. 4,7 % auf 900.000 t geführt. Der Produktionswert dürfte mit 4,375 Mrd. € knapp unter dem Vorjahreswert von 4,4 Mrd. € liegen (- 1 %).

Deutlich zugenommen hat auch die Produktion von Kakao- und Schokoladenhalberzeugnissen. Die Produktion stieg hier um 19 % auf 430.000 t und der Wert um 9,0 % auf 760 Mio. €. In diesem Sektor war die positive Entwicklung ebenfalls geprägt von deutlich zweistelligen Exportzuwächsen in Menge und Wert. Sie ließen das Exportvolumen auf 240.000 t im Gesamtwert von 390 Mio. t steigen. Dies entspricht einer Exportquote dieses Segments von über 50 %.

Erhebliche Sorge bereitet den Herstellern von Schokolade und Schokoladenerzeugnissen die Entwicklung der Rohstoff- sowie der Energiepreise. Nicht nur Glukose ist um gut 30 % im Vergleich zum Vorjahr teurer geworden, sondern auch die Zuckerlieferanten sind bemüht, mit dem Hinweis auf höhere Energiekosten und die Verwendung des Zuckers für die Ethanolherstellung die Preise anzuheben. Schließlich ist die Branche geprägt von der volatilen Situation an den Rohkakaomärkten, die mit der anhaltend spannungsgeladenen Situation in der Elfenbeinküste - dem Hauptkakaoanbauland - äußerst labil ist.

Mit der gestiegenen positiven konjunkturellen Grundstimmung in unserem Land hofft auch die Schokoladenbranche an dem Aufschwung in diesem Jahr teilhaben zu können.



Leichte Zuwächse bei der Schokoladenproduktion

Das für Lebensmittel und auch für die Süßwarenwirtschaft insgesamt recht schwierige Jahr 2005 ging auch an der Schokoladenindustrie nicht spurlos vorüber. Dennoch kann dieser größte Bereich der deutschen Süßwarenindustrie immerhin mit leichten Zuwächsen in der Produktion aufwarten. Nach den vorläufigen Zahlen des Statistischen Bundesamtes nahm die Produktion von industriell hergestellten Schokoladen und Schokoladewaren um rund 4.000 t auf 859.666 t zu. Mit diesem zwar nur bescheidenen Ergebnis von + 0,5 % können die gut 80 industriellen Hersteller angesichts des schwierigen gesamtwirtschaftlichen Umfeldes zufrieden sein. Der Produktionswert nahm um 2,3 % oder 100 Mio. € auf 4,409 Mrd. € zu. Wirft man einen Blick auf die Entwicklung in den einzelnen Produktsegmenten, so zeigt sich, dass aufgrund von statistischen Zuordnungen bzw. Meldeänderungen der produzierenden Firmen es zu Verschiebungen bei gefüllten Tafeln und Riegeln sowie bei Pralinen gekommen ist. Insgesamt ist jedoch festzustellen, dass gefüllte Schokoladenerzeugnisse aller Art Zuwächse verbuchen konnten.

Deutliche Veränderungen weist die Statistik im Bereich des Außenhandels aus. Die Einfuhren gingen um rund 48.000 t oder gut 21 % auf 180.793 t zurück. Zugleich reduzierten sich auch die Ausfuhren um 41.000 t oder 11,8 % auf insgesamt 302.807 t. Diese Verschiebungen, die sich vorwiegend mit unserem Haupthandelspartner Frankreich abspielten, sind mit größter Wahrscheinlichkeit auf Änderungen im Intercompany Exchange zurückzuführen.

Insgesamt kommen rund 90 % der Einfuhren an Schokoladewaren aus den Partnerländern der Europäischen Union. An der Spitze stehen hierbei Belgien, Niederlande, Frankreich und Österreich. Von den 10 %, die aus den sog. Drittländern kommen, steht die Schweiz mit großem Abstand an der Spitze, gefolgt von Russland, woher 1 % der Schokoladenimporte kommen (1.900 t). Die Exportquote der deutschen Schokoladenindustrie liegt mit über 35 % extrem hoch. Wiederum sind es die Partnerländer der Europäischen Union, die für die hohe Exportquote verantwortlich zeichnen. Insgesamt 85 % der Schokoladenausfuhren haben EU-Partnerländer zum Ziel. Bei den 15 %, die in sog. Drittländer exportiert werden – insgesamt rund 42.500 t – stehen die USA, Schweiz und Russland an der Spitze. Russland dabei mit deutlich steigender Tendenz.

Das Inlandsangebot an Schokoladewaren ist aufgrund der deutlich rückläufigen Importe ebenfalls leicht zurückgegangen. Es erreichte mit 737.652 t einen um 0,5 % unter dem Vorjahreswert liegendes Ergebnis. Der Wert des Inlandsangebotes stieg jedoch leicht um 0,5 % auf 3,885 Mrd. €. Statistisch gesehen hat damit jeder Bundesbürger insgesamt 8,49 kg Schokolade mit einem Wert (zu Herstellerpreisen) von 47,10 € konsumiert.

Große Probleme bereiteten den Schokoladenherstellern im vergangenen Jahr erneut die extrem hohen Preise wichtiger Rohstoffe. So verharrte der Preis für Haselnüsse, der sich in den zurückliegenden zwei Jahren vervierfacht hat, auf einem leider extrem hohen Niveau. Auch die Preise für Mandeln bewegten sich im abgelaufenen Jahr auf hohem Niveau mit Werten, die dem Zwei- bis Dreifachen des langjährigen Durchschnitts entsprachen.



Produktion von Kakao- und Schokoladenhalberzeugnissen leicht über Vorjahr

Um gut 4.000 t konnte die Produktion von Kakao- und Schokoladenhalberzeugnissen im Jahr 2005 nach vorläufigen Angaben des Statistischen Bundesamtes gesteigert werden. Insgesamt belief sich die Halberzeugnisproduktion auf 367.591 t.; dies entspricht einem Plus von 1 % gegenüber dem Vorjahresergebnis. Der Produktionswert lag mit 710,25 Mio. € um 6 % unter dem Vorjahresergebnis. Anzumerken ist bei diesen Zahlen, dass einige statistische Meldepositionen bei Schokoladenmasse unter Geheimhaltung liegen und damit nicht in diesen Zahlen enthalten sind. Leicht rückläufig war im vergangenen Jahr die Produktion von kakaohaltigen Lebensmittelzubereitungen, wie kakaohaltigen Brotaufstrichen und Zubereitungen zur Herstellung von Getränken. Diese beiden Positionen erreichen eine Gesamtproduktion von 216.205 t (- 1,9 %), während der Produktionswert um 1,2 % auf 508,54 Mio. € stieg.

Dem Außenhandel im Bereich Kakao- und Schokoladenhalberzeugnisse kommt traditionell eine große Bedeutung zu. Im Jahr 2005 gingen die Halberzeugnisimporte jedoch deutlich um 45.000 t auf 214.500 t (- 17,3 %) zurück. Die Einfuhren kommen überwiegend aus den europäischen Nachbarländern, wobei die Niederlande mit deutlichem Abstand an der Spitze stehen. Sie zeichnen für 58 % der Gesamtimporte im Bereich Kakaohalberzeugnisse verantwortlich. Die Hälfte der nach Deutschland importierten Kakaobutter stammt aus unserem westlichen Nachbarland. Wertmäßig erreichten die gesamten Halbfabrikateimporte gut 508 Mio. €, das sind - 13,9 % im Vergleich zum Vorjahr. Bei den Importen aus den sog. Drittländern stehen die Schweiz, Ghana und Malaysia an der Spitze.

Die Ausfuhren von Kakao- und Schokoladenhalberzeugnissen stiegen im vergangenen Jahr um rund 9.500 t zurück auf insgesamt 179.804 t; dies entspricht einer Zunahme um 5,5 %. Während die Ausfuhren in die Partnerländer der Europäischen Gemeinschaft – allen voran Frankreich – deutlich rückläufig waren (- 2,3 %), stiegen die Exporte in die sog. Drittländer deutlich um fast 45 % an und erreichten insgesamt 41.141 t. An der Spitze dieser Abnehmerländer steht Russland, gefolgt von den USA und der Schweiz. Doch auch Länder wie die Ukraine und Rumänien konnten deutliche Zuwächse erzielen und zeugen von einer dort deutlich wachsenden Schokoladenproduktion.

Die 14 in Deutschland von der Bohne aus arbeitenden Firmen haben im abgelaufenen Jahr insgesamt 248.525 t Kakaobohnen vermahlen. Rechnet man die Nettoimporte von Kakaobutter, -pulver und -masse unter Inanspruchnahme der international üblichen Umrechnungsfaktoren der ICCO hinzu, so hat die deutsche Kakao- und Schokoladenindustrie ein Bohnenäquivalent von insgesamt 362.757 t verarbeitet; dies entspricht etwa 12 % der Welternte. Die deutliche Zunahme der Kakaovermahlung um fast 10 % lässt die Branche verständlicherweise sorgenvoll auf die Entwicklung in den wichtigsten Kakaolieferländern werfen. Mit einem Anteil von gut 60 % zählt die Elfenbeinküste zum wichtigsten Kakaolieferanten Deutschlands. Doch auch die anderen westafrikanischen Länder Ghana, Nigeria und Togo sind bedeutende Lieferanten für die deutsche Kakao- und Schokoladenindustrie. Zunehmende Bedeutung gewinnen die Hersteller von fine and flavour cocoa, z.B. aus Ecuador, Guinea, Madagaskar, Java und anderen Regionen. Die Verantwortung für eine nachhaltige Kakaowirtschaft in den jeweiligen Anbauländern muss vorrangiges Ziel aller in der Kakaowirtschaft tätigen Wirtschaftskreise sein.



Adventskalender: 2.400 Tonnen Schokolade in 24 Tagen

Noch 24 Tage bis zum Weihnachtsfest. Kinder und Erwachsene zählen die Tage, indem sie jeden Morgen ein Türchen im Adventskalender öffnen. Das versüßt das Warten. Und die Schokoladenhersteller haben auch dieses Jahr dafür gesorgt, dass sich genug Schokolade hinter jeder Tür verbirgt. Rund 2.400 Tonnen Schokolade-Überraschungen wurden in über 32 Mio. Adventskalender für den deutschen Markt gefüllt, wie eine Umfrage unter den deutschen Schokoladenherstellern ergab. 75 g Schokolade enthält ein durchschnittlicher Adventskalender. Das gilt natürlich nicht für die wachsende Zahl von Adventskalendern, die mit Pralinen, Mint-Täfelchen und Ähnlichem gefüllt sind.





Herzliche Schokoladengrüße zum Valentinstag

Kritische Stimmen werden nicht müde, den Valentinstag als Erfindung der Floristik- und Süßwaren-Branche abzutun. Doch weit gefehlt: auch dieser Tag hat einen kirchlichen Hintergrund. Valentin war im dritten Jh. nach Chr. Bischof von Terni in Süditalien. Der hatte sich einem Verbot von Kaiser Claudius II widersetzt, indem er christliche Trauungen vornahm und Liebenden Rosen schenkte. Dies führte zu seiner Hinrichtung am 14. Februar 269. Seither gilt der 14. Februar als Valentinstag. Bereits die alten Römer schenkten ihren Herzensdamen Blumen an diesem Tag.
Vor allem im angelsächsischen Bereich hat der Valentinstag eine lange Tradition. In Deutschland hingegen hielt der Valentinstag erst nach dem 2. Weltkrieg Einzug.
Vielfach waren es Blumen, die an diesem Tag verschenkt wurden, doch mittlerweile sind auch Süßwaren geschätzte Aufmerksamkeiten zum Valeninstag. Längst hat sich die Süßwarenindustrie darauf eingestellt, denn Verführerisches begeistert. Und womit gelingt das wohl besser als mit Schokolade und Pralinen.

Motiv herunterladen